Überstundenregelung im Vertrag

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Was das Verfahren betrifft, so verlangen einige Länder eine tarifvertragliche oder ähnliche Vereinbarung über die Entscheidung, Überstunden selbst zu nutzen (z. B. branchenspezifische Vereinbarungen in Italien und Betriebsvereinbarungen in Deutschland). Die spanischen Vorschriften sehen vor, dass in Ermangelung eines Tarifvertrags eine individuelle Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer ausreicht. In anderen Ländern können Arbeitnehmervertreter die Verwendung von Überstunden im Unternehmen überwachen, wie sie in Tarifverträgen (wie in den Niederlanden) oder im Rahmen eines lokalen Tarifvertrags über die zulässigen Rechtfertigungen für Überstunden (wie in Schweden) vorgesehen sind. Die Arbeitgeber verfolgten unterschiedliche Ansätze, um auf diese Probleme in verschiedenen Ländern, Sektoren und Unternehmenstypen zu reagieren. In einigen Fällen haben die Arbeitgeber der Ausweitung der Bedingungen, unter denen Überstunden genutzt werden könnten, Priorität eingeräumt und/oder ihre Kosten gesenkt (wie in Griechenland). In den meisten Fällen ging der Trend angesichts der Kosten für Überstunden, die als schwer zu reduzieren galten, eher in Richtung der Verwendung von Alternativen, wie etwa der Änderung der Arbeitszeit um eine durchschnittliche Teilzeitarbeit und des stärkeren Einsatzes von Arbeitnehmern ohne Arbeitsverträge (siehe unten unter « Überstunden und die Diversifizierung der Arbeitszeit »). Überstunden sind Arbeitszeiten, die die im Arbeitszeitgesetz festgelegte Obergrenze überschreiten. Stunden, die über die gesetzliche Obergrenze für reguläre Arbeitszeiten hinausgehen, zählen jedoch nur dann als Überstunden, wenn die Arbeit auf Antrag des Arbeitgebers und mit Zustimmung des Arbeitgebers erfolgt. Sie müssen zwar keine Überstunden bezahlen, aber Urlaubsgeld müssen auf der Grundlage regelmäßiger Überstunden bezahlt werden.

Bei der Überstundenvergütung handelt es sich um alle Löhne, die sich aus der Arbeit außerhalb der im Arbeitsvertrag eines Arbeitnehmers festgelegten normalen Arbeitszeit ergeben. Tabelle 1 fasst die wichtigsten Regeln der Standardüberstundensysteme in den betreffenden Ländern zusammen, die in den Rechtsvorschriften oder Tarifverträgen festgelegt sind. Wenn diese Regeln aus Verhandlungen resultieren, ist es natürlich nur in wenigen Fällen möglich, die Vielfalt der Bestimmungen in einem bestimmten Land auf einen gemeinsamen Grundsatz zu reduzieren. Darüber hinaus enthalten Standardarbeitszeitpläne häufig Flexibilitätsmaßnahmen, wobei Maxima und Schwellenwerte über einen bestimmten Bezugszeitraum als Durchschnittswerte definiert werden. Dies hängt jedoch in der Regel mit spezifischen Bestimmungen über die geplante Änderung oder Jährliche Arbeitszeit (siehe unten) zusammen. Sowohl hinsichtlich der Verfahren zur Regelung der Arbeitszeit als auch der Überstunden als auch hinsichtlich der Grundregeln in diesem Bereich lassen sich zwei typische Situationen zwischen den betrachteten Ländern (wie in vielen anderen Bereichen) feststellen. Die erste ist gekennzeichnet durch Regelungen, die durch Tarifverhandlungen eingeleitet werden, und die andere durch rechtsvorschriften Regelungen. Im ersten Fall sind grundlegende nationale Vorschriften schwer zu beschreiben, da sie oft durch eine große sektorale und lokale Vielfalt gekennzeichnet sind. Im letztgenannten Fall ist der Grad der nationalen Homogenität trotz Ausnahmen größer. In ganz Europa zeigt sich jedoch, dass, obwohl unterschiedliche Regulierungsverfahren – hauptsächlich diktiert durch die grundlegenden Unterscheidungsmerkmale der nationalen Systeme der Arbeitsbeziehungen – die gleichen wirtschaftlichen und sozialen Ziele angestrebt werden, d. h. der Schutz der Arbeitnehmer in Verbindung mit produktiver Flexibilität.

Die in den beiden Modellen festgelegten Grundregeln unterscheiden sich nicht so sehr, und man könnte in ihnen fast ein « europäisches Modell » für die Regelung der Arbeitszeit erkennen. Für die Gewerkschaften spielten zwei neue Faktoren eine wachsende Rolle in der Gleichung. Erstens wurde die Arbeitszeitverkürzung in den meisten Ländern (wie schon in Rezessionen vor dem Zweiten Weltkrieg) als Reaktion auf die zunehmende Arbeitslosigkeit zu einer Forderung, die mit dem Ziel der Sicherung oder Schaffung von Arbeitsplätzen verbunden war. In diesem Zusammenhang war es für die Gewerkschaften wichtig, daß Überstunden die erhofften Beschäftigungsergebnisse einer ausgehandelten Arbeitszeitverkürzung nicht behindern (dies war ein großes Anliegen der deutschen Gewerkschaften – siehe unten unter « Überstunden und die Diversifizierung der Arbeitszeit »).